Kapverden

Freitag 27.05.2016

 

Insel Boa Vista

 
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Boa Vista – die Gemütliche

Die östlichste und drittgrößte Insel der Kapverden macht ihrem Namen alle Ehre – Boa Vista: Schöne Aussicht. Während auf der kleineren Nachbarinsel Sal der Massentourismus schon angekommen ist, geht es auf Boa Vista noch etwas ursprünglicher zu. Dennoch, der internationale Flughafen wurde 2007 eröffnet und italienische sowie spanische Investoren haben die Insel für sich entdeckt und bauen Hotels. Kenner der Kapverden gehen davon aus, dass Boa Vista in wenigen Jahren der Insel Sal in Sachen Tourismus ernsthafte Konkurrenz macht. Auch hier ist die Landschaft geprägt von Sand- und Geröllwüste, allerdings gibt es auch einige niedrige Gebirgszüge – und natürlich viel Strand (55km), viel Sonne, Meer und exzellente Bedingungen für Wassersportler.

 
Kapverden, Boa Vista
Kirche in Sal Rei, Insel Boa Vista

Die Hauptstadt der Insel Boa Vista, Sal Rei, wirkt sehr gemütlich, fast verschlafen, obwohl hier gut die Hälfte der insgesamt 12.000 Bewohner der Insel leben. Auf dem Hauptplatz, der Praça de Santa Isabel mit ihren vielen bunten Blumen und Pavillons, kann man afrikanische Händler und Waren bewundern. Bunte Batiken und Holzschnitzfiguren, aber auch Obst und Gemüse werden hier verkauft. Auch ein Reisebüro, ein Gesundheitszentrum, eine Bank und eine Post gibt es in Sal Rei.
Die Igreja da Santa Isabel, die unmittelbar an die Praça de Santa Isabel angrenzt, ist im Kolonialstil erbaut und wird von einer barocken Fassade in Sand- und Hellblautönen geziert.
Am Meer entlang, an der Avenida dos Pescadores, kann man den alten Hafenkai und eine Bootswerft besichtigen. Direkt gegenüber sieht man im offenen Meer die kleine Insel Ilheu de Sal Rei. Weiter nördlich ist die Avenida dos Pescadores mit Bäumen gesäumt und am Straßenrand stehen verträumte bunte Häuschen in allen erdenklichen Farben.
Im Nordosten außerhalb der Stadt liegen die Salinen, in denen einst das königliche Salz („Sal Rei“) bester Qualität produziert wurde. Fährt man noch ein wenig weiter, erkennt man oberhalb einer Felsküste die Ruine der Kapelle Nossa Senhora de Fátima.
Die Buchten von Sal Rei eignen sich sehr gut zum Baden, da sie durch die vorgelagerte Insel Ilheu de Sal Rei windgeschützt sind. Zu empfehlen ist der südlich des Ortes gelegene kilometerlange Sandstrand Praia do Estoril. Außerdem im Süden liegen die Praia de Carlota und die Praia da Chave und im Norden die Praia de Cabral.

 
kapverdische Insel - Boa Vista
Kleine Oase auf Boa Vista

In Rabil im Südwesten der Insel gibt es eine kleine Töpferei und die Kirche São Roque zu sehen, ansonsten ist der kleine Ort eher verlassen. Richtung Estância de Baixo liegt im Tal eine kleine Oase mit Kokos- und Dattelpalmen.

Ebenfalls im Südwesten liegt die älteste Siedlung von Boa Vista, die vor ungefähr 500 Jahren entstand: Povoação Velha. Im Herzen des Ortes liegt das Plätzchen Praceta de Santo António mit seinen Blumen und Bänken zum Ausruhen. Am Ortsrand trifft man auf die verspielte kleine Kirche Igreja Nossa Senhora da Conceição, die 1828 erbaut wurde. Ihr Inneres schmückt ein bunt bemalter Altarraum mit vielen kleinen Heiligenbildnissen.
Die Praia de Santa Monica im Süden von Boa Vista gilt als schönster Strand der Kapverden. Außerdem kann man von dem Aussichtspunkt Rocha Estância (354m) bis nach Maio und São Nicolau sehen.

Der Osten der Insel ist sehr einsam und verlassen, streckenweise trifft man keine Menschenseele. Der Ortsteil Fundo Figueiras im Örtchen Norte hat eine hübsche kleine Kirche, die Igreja São João Baptista, mit weißer und pastellfarbener Fassade. Auch die kleinen Häuser sind sehr bunt.
Die einsamen Strände in diesem Teil der Insel eignen sich weniger zum Baden als für lange ruhige Spaziergänge. Mit der rasanten touristischen Entwicklung stieg auch leider die Zahl von Überfällen auf der Insel. Lange Spaziergänge an einsamen Stränden sollten niemals alleine, besser in einer Gruppe unternommen werden.

 
Schildkröte morgens noch am Strand

Wie auch auf Maio und Sal legen Meeresschildkröten ihre Eier an den Stränden ab und können dabei beobachtet werden. Viele Arten sind bereits vom Aussterben bedroht und so hat sich die Organisation "Turtle-Foundation" hier zum Ziel gesetzt, diese schützenswerten Tiere davor zu bewahren, trotz Verbots geschlachtet zu werden, und ihre Gelege vor meschlichen Räubern zu beschützen. Dabei werden sie seit einigen Jahren auch von staatlichen Institutionen (INDP) der Kapverden tatkräftig unterstützt. Das zeigt nun auch einen wachsenden Erfolg ihrer Bemühungen um diese selten gewordenen Meeresbewohner. Dennoch gibt es auch weiterhin noch viel zu tun, um die Schutzbedürftigkeit der Meeresschildkröten auch in den Köpfen der Bewohner zu verankern. Es wird auch Aufklärungsarbeit in diese Richtung betrieben.