Insel São Vicente


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São Vicente, Mindelo Hafen

São Vicente – die Kulturelle

Das Leben auf der sehr trockenen Insel São Vicente spielt sich hauptsächlich in der Stadt Mindelo ab, wo über 80% der etwa achzigtausend Inselbewohner leben.
Landschaftlich wird São Vicente von dem mächtigen Berg Monte Verde (750m) beherrscht, der mit zwei weiteren Gebirgszügen (Massive von Madeiral und Fateixa) das Bild der Insel bestimmt. Von hier aus hat man einen guten Ausblick auf das umliegende Land, die Stadt Mindelo, an klaren Tagen sogar bis nach Santo Antão und hinüber zu den unbewohnten Inseln Santa Lucia, Branca und Raso. Der Berg ist allerdings nicht wie sein Name verspricht, grün, sondern besteht aus rötlich-braunem Geröll. Vor der Sahelkatastrophe wurden auf seinem Rücken grüne Bohnen und Mais angebaut, was wahrscheinlich zur Namensfindung „Grüner Berg“ führte.
Die Geschichte São Vicentes ist sehr eng mit dem städtischen Hafen von Mindelo verbunden. Der Porto Grande war lange Zeit der größte Hafen im Atlantik und deshalb entsprechender wirtschaftlicher Motor des ganzen Landes. Noch heute ist er mit einer enormen Wassertiefe sehr bedeutsam, wenn auch durch die später errichteten Häfen in Dakar und Las Palmas vom internationalen Schiffsverkehr nicht mehr ganz so frequentiert.


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Musiker im Café Musique, Mindelo

Mittlerweile leben in Mindelo, das man als Schmelztiegel der Kulturen bezeichnen kann, aufgrund des Rückgangs der Hafenwirtschaft aber auch viele Bettler und Straßenkinder in teils slumähnlichen Verhältnissen. Nichtsdestotrotz hat sich Mindelo den Status als kulturelles Zentrum des kapverdischen Archipels bewahrt. Durch die vielen Seeleute von überall her, die sich auf der Durchreise amüsieren wollten, wurde die Stadt zur Wiege der vielen, auch international bekannten Musikstile der Kapverden, wie der Morna oder der Coladeira. Dennoch sollte man nicht erwarten, auf Schritt und Tritt auf verträumte Bars zu treffen, in denen spontan die traditionelle Musik gespielt wird. Durch die Globalisierung hat hier die Popmusik längst Einzug gefunden. Das Fernsehen mit den brasilianischen Telenovelas hat sein Übriges dazu beigetragen, dass die jungen Leute der Stadt die Abende eher zu Hause, als musizierend in den Straßen verbringen. Bekannte Künstler wie Baú treten aber auch heute noch in Clubs (z.B. Café Musique) und (auch kleinen) Restaurants auf.


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Rua de Praia – Mindelo

In Mindelo kann man neben dem Hafen den Mercado de Peixe (Fischmarkt), den Torre de Belém (Nachbildung des gleichnamigen Turms bei Lissabon), die Bronzebüste von Diego Afonso, die Uferstraße mit ihren schönen Herrenhäusern und ein Stück weiter die Esplanada, den Stadtpark, bewundern. Im Viertel Praça Nova, einem Nobelviertel mit gleichnamigem Platz, dessen pastellfarbene Villen teils stuckverziert sind, lädt das Quiosque Praça Nova mit einem schönen Jugendstil-Pavillon zu einer Rast ein. Überhaupt flaniert man hier gerne. In diesem, recht europäisch anmutenden Viertel, entstehen auch immer mehr Geschäfte und Restaurants – Mindelo pulsiert.
An der Rua Lisboa, die heute offiziell Rua Libertadores d’Africa heißt und wie viele sagen, die Seele Mindelos ist, sollte man morgens die zahlreichen klassischen Cafes besuchen. Eine Markthalle und der ehemalige Gouverneurspalast im klassizistischen Stil befinden sich in dieser Straße. Auch ein Besuch der Altstadt, die direkt am Meer und vor dem beeindruckenden Panorama des Berges Cara liegt, ist obligatorisch! In diesem, sehr afrikanisch geprägten Bezirk mit seinen fliegenden Händlern, befindet sich die koloniale Kirche Nossa Senhora da Luz an der Praçinha da Igreja und das relativ gut ausgestattete Kaufhaus Casa Benefica. Weiter südlich, an der Praça Estrela mit einem Pavillon und einigen Bars, bieten afrikanische Händler ihre Waren (Kleidung, Schuhe, Tand, aber auch Obst und Gemüse) an.
Ein Internetcafé gibt es in der Avenida Amílcar Cabral im Centro Cultural do Mindelo, in dem auch wechselnde Ausstellungen gezeigt werden.


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Strand “Praia Grande”, São Vicente

Im Südwesten der Insel finden Windsurfer am Strand von dem ruhigen Örtchen São Pedro ausgezeichnete Windverhältnisse. Auch Wellenreiter kommen auf Ihre Kosten bei der sogennanten “Sandy Beach”. Es gibt jedoch noch keine entsprechende Infrastruktur.
Auch Hochseefischen, Tauchen und Segeln kann man hier, hier stehen sogar Charterangebote und Skipper zur Verfügung.
Bei São Pedro befindet sich auch der Inselflughafen, der seit Januar 2010 auch international zertifiziert ist. Doch ist er wegen der begrenzten Zahl von Starts und Landungen pro Tag keine wirkliche Lärmbelästigung.
Im Nordosten der Insel bei dem Örtchen Baía das Gatas liegt ein schöner, windgeschützter Badestrand (der einzig kindersichere der Insel). Außerdem findet hier jedes Jahr im August ein Musikfestival statt.
Weiter südlich befinden sich die Praia do Norte und de Praia Grande, beides sehr schöne Strände, allerdings wegen der heftigen Brandung zum Baden nicht geeignet. Lediglich im Südosten der Praia do Norte bietet das Strandstück der Praia da Ceilada/Calhau wieder bessere Bademöglichkeiten. Im Ort Calhau selbst, einem gepflegten Wochenenddörfchen, kann man auch Live-Musik in Restaurants erleben.