Kapverden

Samstag 04.02.2012

 

Geschichte (Teil2)

 
Geschichte - Sklaverei
Sklaverei

Geschichte Fortsetzung (Teil2)

Eine Vorreiterrolle übernahm hier Heinrich der Seefahrer (1394-1460), Pionier der portugiesischen Entdeckungsfahrten. 1415 eroberte er Ceuta, 1418 Madeira und 1431 die Azoren. Heinrich der Seefahrer verpflichtete Kapitäne verschiedener Länder wie z.B. Spanier und Italiener, um seinem Ziel näher zu kommen. So erblickte der venezianische Seefahrer Aloisio Cadamosto am 25. Juli 1456 die Inselgruppe, als er im Auftrag Heinrichs zum Gambia-Fluss unterwegs war. Da Cadamosto aber die Kriterien einer „Entdeckung“ im Sinne Heinrichs nicht erfüllte (kartografische Erfassung, Beschreibung, Hinterlassen von Artefakten, Demonstration der Fähigkeit, wiederzukehren) wurde die Entdeckung 1960 dem Genueser António da Noli, ebenfalls von Heinrich beauftragt, per Urkunde zuschrieben. Nach dem Tode Heinrichs koordinierte Prinz Ferdinand von Portugal die Entdeckungsreisen und sandte den Seefahrer Diego Afonso zur weiteren Erkundung auf die Kapverden. Afonso benannte die Inseln nach den Tagesheiligen des jeweiligen Entdeckungsdatums: São Nicolau am 6. Dezember 1461, Santa Luzia am 13. Dezember 1461, Santo António am 17. Januar 1462, São Vicente am 22. Januar 1462.
Im Jahre 1461 entstand in Santiago die erste Siedlung – die erste europäische Überseekolonie im subsaharischen Afrika überhaupt. Wenig später folgte die Besiedelung von Maio, wo sich Hirten niederließen, von Fogo, das Kolonialbürger beherbergte, von Boa Vista, wo Leprakranke untergebracht wurden und von Brava. In Santiago erhielten die Bürger 1472 das Recht, Sklaven zu halten. Während das Verhältnis von Sklaven und Freien im Jahr 1510 in Santiago noch bei 160 Siedlern und 30 Sklaven lag,  kamen bereits  im Jahr 1580 auf 2000 Freie 14.000 Sklaven. Nach Santiago wurden von Beginn der Besiedelung an bis ins Jahr 1974 Straffällige, Landstreicher und Prostituierte deportiert und so entstand 1949 ein Konzentrationslager in Tarrafal. Nachdem sich Portugal 1466 das ausschließliche Recht zum Sklavenhandel an der Küste von Senegambia bis Guinea gesichert hatte, wurde Ribeira Grande, später Cidade Velha, für ein Jahrhundert zum wichtigsten Sklavenhandelshafen. Außerdem wurden Rohrzucker bzw. Rum hergestellt und exportiert, Baumwolle angebaut und verarbeitet und aus der Viehzucht in Maio gewonnenes Fleisch als Schiffsproviant verkauft.
Durch die Entdeckung Amerikas im Jahr 1492 entstand neuer territorialer Disput. Die Konkurrenten Spanien und Portugal vereinbarten unter Vermittlung des Papstes 1494 im Vertrag von Tordesilhas eine neue Grenzlinie: 370 Seemeilen westlich der Kapverden vom Nord- bis zum Südpol. Das Territorium östlich der Linie wurde Portugal, das westlich der Linie gelegene Gebiet Spanien zugesprochen.
Schon 1580 wurde Portugal von den Spaniern besetzt und die Kapverden von holländischen, französischen und britischen Freibeutern heimgesucht. Die wirtschaftliche Lage der Inseln verschlechterte sich zunehmend, nicht zuletzt durch die Kriege in Europa, die einen Handlesrückgang mit sich brachten. Aufgrund immer häufiger werdender Angriffe von Piraten und der strategisch schlechten Lage von Ribeira Grande wurde die Kolonialregierung 1614 nach Praia verlegt.
Der wirtschaftliche Niedergang setzte sich aber auch im 18. Jahrhundert fort, bis 1773 fast die Hälfte der Inselbevölkerung aufgrund einer mehrjährigen Dürreperiode starb, die nicht die letzte gewesen sein sollte.

Kapverden - Geschichte Fortsetzung >>>