Kapverden

Samstag 04.02.2012

 

Geschichte

 
Kapverden Historische Karte
Englische Karte aus dem 18. Jhdt.

Die Geschichte der Kapverden ist für ihre Lage typisch und doch einzigartig.  Über drei Jahrhunderte waren die Inseln Schauplatz des transatlantischen Sklavenhandels, Exil für die politischen Häftlinge Portugals und Zufluchtsort für Juden und andere religiös Verfolgte während der spanisch-portugiesischen Inquisition. Und dennoch: bereits im 19. Jahrhundert unterschied sich das Leben der Sklaven deutlich von dem in Nord- oder Südamerika: Auf den Kapverden waren Familien aus „Freien“ und Sklaven entstanden, die friedlich und wie selbstverständlich zusammen lebten. Im Drehkreuz zwischen Europa, Amerika und dem indischen Ozean gelegen können die Kapverden heute auf eine bedeutende Leistung zurückblicken: die Geburt einer völlig neuen, kreolischen Kultur und Sprache, entstanden durch das Miteinander verschiedenster Ethnien. Das kreolische Volk übernahm im nie ermüden wollenden Kampf gegen die Kolonisation die Vorreiterschaft in der Unabhängigkeitsbewegung Afrikas und die geistige Vaterschaft einer der modernsten Verfassungen in einer der wenigen pluralistischen und doch stabilen  Systeme in der Region.

Entdeckungszeit, Sklavenhandel und Hungersnot

Die Entdecker der Kapverden, die Portugiesen, beschrieben die Inseln bei ihrer Ankunft im Jahr 1456 als völlig unbewohnt. Jedenfalls gibt es bis heute keinerlei Beweise für menschliches Leben vor der „descoberta“.
Ziel der Portugiesen war es, neue Handelswege  und -waren zu ergründen und die geografischen Kenntnisse zu erweitern, zumal islamische Händler den Transsahara-Handel von Gold und Sklaven nach Norden und Salz nach Süden kontrollierten. In Sachen Indienhandel mit Gewürzen und Stoffen waren es die Türken, die den Landweg am Mittelmeer beherrschten und hohe Zölle erhoben. Ein neuer, christlich kontrollierter Zugang zu Gold, Sklaven und Gewürzen nach Westafrika und Indien sollte gefunden werden.

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