Kapverden

Donnerstag 23.02.2012

 

Vulkanismus

 

Kapverden: Vulkane im Atlantik

Die Kapverdischen Inseln entstanden alle durch aus dem Meer aufsteigendes Magma und waren deshalb nie Teil des Afrikanischen Kontinents. (Daher gibt es auch bestimmte Tierarten auf den Inseln nicht).

Die östlichen Inseln waren die ersten, die sich aus dem Atlantik erhoben und sind dementsprechend die ältesten ( Sal, Boavista und Maio). Sie gelten als erloschen.

 
Kapverden Zentralkrater mit Fumarolen
Zentralkrater mit Fumarolen

Aber auch hier gibt es klare Anzeichen für den vergangenen Vulkanismus. So lassen sich auf diesen Inseln noch zahlreiche Krater erkennen und auf Sal ist der Kraterboden der Salinen bei Pedra de Lume noch sehr warm bis heiß. Dies kann man beim Betreten der Becken gut spüren. Wohl ist diese „Beheizung“ des Salinenbodens auf eine Restwärme des Vulkans zurückzuführen.Aktiv ist im Moment nur der (Pico de) Fogo auf der gleichnamigen Insel, bei dessen letzter Eruption 1995 der „Pequeno Fogo“ entstand. Es handelte sich hierbei um einen Flankenausbruch, das heißt, der Zentralkrater spie keine Lava aus, sondern der als Parasitärvulkan entstandene „Pequeno Fogo“ (Kleiner Fogo).Einen beeindruckenden Film dazu kann man im Stadtmuseum (Museu Municipal) in São Filipe auf Fogo ansehen.Sichtbare vulkanische Erscheinungen sind im Zentralkrater zu entdecken.An hellen weißlich-gelben Hangregionen tritt aus Fumarolen (= heiße Dampfausströmungen) heißer Schwefeldampf aus, den man bei „richtiger“ Windrichtung auch riechen kann (Geruch nach faulen Eiern).

 

Ebenso gibt es am Pequeno Fogo heiße Stellen mit Fumarolentätigkeit. Dort ist es ratsam, nur mit Schuhen, die gut besohlt sind, umherzuwandern. Der Boden ist dort stellenweise sehr heiß!

Südlich der Insel Santo Antão entdeckten Vulkanologen des Leibnitz-Instituts in Kiel im Jahr 2005 ein Vulkanfeld mit einigen sog. Seamounts, das sind unterseeische Vulkane, die die Wasseroberfläche (noch) nicht erreicht haben und die in ferner Zukunft eine neue Kapverdeninsel entstehen lassen. Dieses Vulkanfeld wurde zu Ehren Charles Darwin, Charles-Darwin-Vulkanfeld benannt.

Hierzu kann dieser Kurzfilm im Internet angesehen werden.

Pequeno Fogo, Kapverdische Inseln
Pequeno Fogo mit heißen Stellen (helle Stellen sind Schwefelablagerungen z.T. mit Fumarolen)
 

Aber nicht nur in dem jüngst entdeckten Vulkanfeld befinden sich Seamounts.  Auch im Umfeld der anderen Inseln gibt es einige dieser Seamounts und sie sind ein unsichtbarer Bestandteil des Archipels.

Auf der Insel Santo Antão gibt es auch an der Nordostküste eine warme Stelle im Meer, wo entweder eine Fumarole das Wasser erwärmt oder eine Thermalquelle am Meeresboden austritt. Genaueres ist nicht bekannt und bedarf noch wissenschaftlichen Untersuchungen.

Auch gibt es auf fast allen Inseln interessante Gesteinsformationen, die der Vulkanismus geschaffen hat. Die beeindruckendsten Gesteinsverformungen und Schichtungen können auf Santo Antão und Fogo bestaunt werden.

Wann der nächste Ausbruch stattfinden wird, und wo (nicht nur auf Fogo) kann niemand vorhersagen.