Reisebericht (Teil 4)

Reisebericht Kapverden - Teil 4
Man stelle sich vor: Kein Telefon weit und breit (da schummelt der Tilly aber, Susi und Frank hatten natürlich eines, aber das hat uns nicht tangiert), selbst Handys funktionieren nicht!!!
Ribeiras sind übrigens Täler, die sich von den Gebirgen bis zum Meer hinziehen, vulkanischen Ursprungs, wie die Gebirge ja auch. Manchmal sind es vom höchsten Punkt einer Ribeira bis zum Tal 1000 Meter! Soweit Wasser vorhanden werden die Ribeiras wirtschaftlich genutzt. Mit raffiniert angelegten Bewässerungsrinnen (Levadas) bringt man das Wasser auf die einzelnen Terrassen, auf denen Zuckerrohr (für den guten Grog), Kartoffel, Süsskartoffel, Maniok, Yamps, Papaia, Bananen angebaut wird. Eine wahnsinns Knochenarbeit für alle (Frauen, Männer, Kinder). Die Frauen befördern zudem die geernteten Früchte, oder die Sandsäcke zum Bebauen der Felder auf dem Kopf!!!!!
Über all unseren Aktivitäten bemerkten wir kaum, daß plötzlich Weihnachten vor der „Tür“ stand. Daß etwas besonderes vorging, merkten am ersten die Tiere. Die Männer machten Jagd auf die Hähne, Spanferkel wurden die Dorfstraße raufgetrieben und Frank verhandelte mit einem Ziegenhirten über Preis und Größe unseres Weihnachtsbratens. Als es dann soweit war, hat Ellen sich die Ohren zugehalten.
Nach den familiären Weihnachtsfeiern geht alles was zwei Beine hat in die Disco. Dazu haben verschiedene Freundeskreise die Flachdächer umfunktioniert. Riesige Boxen werden installiert, Unmengen Flaschen mit Grog, Punsch u.ä Zuckerrohrprodukten gekühlt. Je mehr dieser Vorrat abnimmt, um so lauter wird die Musik. Die ganze Feiererei dauerte drei Tage. Tagsüber findet man die Discogänger als Schnaps(Grog)leichen am Strand. Für uns wurde es nun Zeit, es brannte wieder in den Reiseschuhen.
Im Nordosten San Antâo gibt es viele Ribeiras, die für Wanderungen ideal sind. Hier hat sich hier ein ausgesprochener Wandertourismus etabliert, zum Teil mit geführten Wandergruppen. Schön, wenn man alleine ist! Wir haben die Ribeiras wandernd genossen, auch wenndie manchmal die Wolken bis zum Talgrund fielen (hier regnet es selten und irgendwoher muss das Wasser ja kommen). weiter lesen...