Insel Fogo


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Chã das Caldeiras, Fogo

Fogo – die Vulkanische

Fogo heißt Feuer. Und dieser Name verrät, was die Insel im Sotavento mit ihren rund 40.000 Einwohnern ist: ein Vulkan. Mit seinen 2829 Metern bestimmt der Vulkanberg Pico de Fogo als höchste Erhebung der Kapverden das landschaftliche Bild der Insel. Einen wunderschönen Blick auf den Pico kann man von den westlich gelegenen alten Kratern genießen, die den Berg in einem Halbrund umgeben und dabei die “Caldeira” (Riesenkrater) mit 9km Durchmesser formen. Der Zentralkrater des Vulkans erreicht mit seinem Durchmesser von 500 Metern eine Tiefe von 180 Metern. Noch heute stößt er durch heiße Fumarolen in einem beeindruckenden Naturschauspiel Schwefeldampf aus. Durch die hohen Berge auf Fogo und die dementsprechende Wolkenbildung ist die Insel eher feucht und es gedeihen zahlreiche Nutzpflanzen auf den Terassenfeldern. Am 1. Mai wird mit den Festas do São Filipe die Entdeckung Fogos gefeiert und es finden Pferderennen statt.


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Pico de Fogo, Nationalpark

Den Aufstieg zum Pico de Fogo wagt man am besten von dem Örtchen Chã das Caldeiras aus. Von hier aus dauert der Weg circa 6 Stunden – immerhin sind 1000 Meter Höhendifferenz zu bewältigen. Gutes Schuhwerk ist wegen der teils steilen und durch feines Geröll (Vulkanasche) führenden Wegabschnitte unbedingt erforderlich.
Im Westen von Fogo liegt die größte Stadt der Insel, São Filipe, die mit einer Einwohnerzahl von rund 20.000 nach Praia, Mindelo und Assomada die viertgrößte Stadt der Kapverden ist. Hier befindet sich auch der Inselflughafen, der nur inländisch bedient wird und daher nur Verbindungen von und zu den anderen Inseln anbietet. An einer kilometerlangen Küste aus schwarzem Lavastrand gelegen erhebt sich das malerische Städtchen oberhalb einer an die 100 Meter hohen Steilküste. Der Alto San Pedro, ein länglicher Platz, trennt die Unterstadt (Vila Baixo) von der Oberstadt (Vila Riba). Vom Marktplatz aus, auf dem jeden Morgen ein emsiges Treiben herrscht, gelangt man per Taxi zum Vulkankrater. In der Unterstadt liegt die Praça 7 do Decembro mit dem Rathaus und den prächtigen Bürgerhäusern (Sobrados) der ehemals reichen Familien. Weiter unterhalb liegen an einer kleinen Pracinha die Kirche Nossa Senhora de Conceição mit ihrer schönen hellblau gestrichenen Fassade und kleine bunte Häuschen.
Von der Stadt aus erreicht man über eine Treppe den Strand. Zu empfehlen ist auf jeden Fall der südliche Strandabschnitt, den man über die linke Treppe erreicht, da er wesentlich sauberer ist als der Strand direkt unterhalb der Stadt.


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São Filipe, Insel Fogo

Zum Schwimmen sollte man aber andere Strände aufsuchen (Ponta da Salina), da die Strömungen tückisch sein können und besonders bei Seegang kann hier auch das Baden schnell gefährlich werden. Ansonsten ist der Strand Porto de Vale de Cavaleiros empfehlenswert, der 3 km nördlich der Stadt liegt.
Von São Felipe aus gelangt man entlang der Ostküste in Richtung Norden nach São Jorge und zu Salinas. Zwei Ringstraßen stellen das Straßennetz der Insel dar. Eine Strecke verläuft in etwa 300 Metern Höhe über dem Meer. São Jorge selbst ist bis auf einige kleine türkisfarbene Häuschen im Ortskern eher verlassen, man sollte aber unbedingt nach Ponta da Salina fahren, ein von Felsen umgebenes Meerschwimmbad mit einem natürlichen Felstor, das den Blick auf den Ozean frei gibt und die schönste Bademöglichkeit Fogos ist.
Den Rückweg nach São Filipe sollte man auf der landschaftlich sehr interessanten höheren Straße zurücklegen. Man sieht Vulkane direkt am Meer, koloniale Herrenhäuser und vieles mehr.


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Fogo, Strasse nach Mosteiros

Im Süden und Osten der Insel ist der Ort Cova Figueira mit seinen farbenfroh angestrichenen Häuschen zu nennen. Eine landwirtschaftliche Idylle erlebt man auf der Strecke von Cova Figueira nach São Felipe. In dieser unberührten Gegend trifft man auf Vulkankegel und wilde Feigen und kann schließlich im Örtchen Mãe Joana einen sehr schönen Ausblick auf die umliegenden Vulkane genießen.
Von Cova Figueira aus lohnt auch eine Fahrt Richtung Mosteiros, einem seit der Schließung des Flugplatzes verträumten Dorf direkt am Meer. Man fährt an einer steilen Felswand 500 Meter über dem Meer entlang. Durch die grüne Landschaft gelangt man vorbei an Obstbäumen in den Ort Tinteira, dessen dunkle Häuser aus Lavasteinen gebaut sind.
Im äußersten Norden kann man im Dorf Ribeira Ilhéu mit seinen kleinen altertümlichen Werkstätten wohl das traditionsreichste Leben auf Fogo kennen lernen.