Das Forum für Auswanderer / Residenten auf den Kapverden: Erfahrungs-, Informations- und Meinungstausch sowie Diskussionen. Auch für diejenigen die noch nicht auf den Inseln leben.
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By Andreas Burckhart
#12242 Was und / oder wer ist. AI – definitiv nicht nur RIU

Viele Hotels bieten Vollpension. Von Vollpension bis AI ist es nur ein kleiner Schritt – Getränke und Freizeitangebote. Alle großen Hotels die Vollpension anbieten und wenig kostenintensive interne Freizeitangebote kostenfrei haben, bieten AI an. Ausflüge wie auch Kostenintensive Freizeitangebote z.B. Tauchen, Surfen, Wasserski, Quad etc. sind überall kostenpflichtig

Folgende Hotels (nicht vollständige Liste) bieten AI auf Sal an: RIU, Criola Club, Vila Do Farol, Hotel Melia Tortuga, Oasis Atlantico Belorizonto, Oasis Atlantico Salinas Sea, VilaVerde. In wieweit diese Angebote reell sind (siehe auch Einlassungen in diesem Forum zu VilaVerde) ???. Zumindest in diesen Anlagen ist AI aus Deutschland direkt buchbar und auch Pauschal – also inklusive Transport – buchbar.
Es gibt mehrere Einrichtungen, die ausschließlich AI anbieten. So die größte dieser Einrichtungen auf Sal, also das RIU.
Eine im Vergleich etwas halb so große Anlage wie RIU ist rein italienisch. Hier habe ich noch keine Angebote in D gesehen.
Sowohl RIU wie die italienische Anlage verbinden Europa mit den Kapverden unter Nutzungen eigener bzw. assoziierter Fluggesellschaften.

Die Fluggesellschaften verkaufen Kontingente ihrer Flüge an die Veranstalter. Auch RIU wird ja von Veranstaltern verkauft. Nicht verkaufte Teile der Kontingente gehen entweder an Last Minute Anbieter und / oder werden auf den freien Markt gegeben. Nicht verkaufte Kontingente werden direkt an den freien Markt gegeben. Hierdurch bedingt erfolgt in sehr häufigem Rhythmus die Veränderung von Preisen sowohl für Angebote der Komplett-reise wie auch für Flüge.

Auch sind die Anlagen als solche mehr oder weniger von außen nach innen und zurück abgeschlossen.

Es ist äußerst interessant, sich die Anlagen und deren Funktionieren von innen anzusehen. Die, zumindest teilweise dahinterstehende Organisation ist immens.

Welches der Angebote einem persönlich zusagt und ob es AI sein soll. Gute Frage. Ich persönlich wollte als Bespiel im RIU keinen Urlaub machen. Ich betone nochmals das dies natürlich reine Geschmacksache ist und bleiben muss.
Einen Urlaub in einer andren Anlage, selbst AI, kann ich mir jedoch durchaus vorstellen.

Die Wahl des Großteiles an Gästen der Kapverden jedoch ist eindeutig! 65% wählen die ausschließlich AI anbietenden Anlagen. Liegen die also ALLE falsch? Wissen die ALLE nicht was sie wollen? Wissen die ALLE nicht auf was sie sich einlassen? Bieten Sal und / oder Boa Vista so viel dass 7 oder gar 14 Tage vom Kennenlernen von Land und Leuten erfüllt sein können?


Grüße

Andreas
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By Tilo
#12243 mir ist das AI einfach zu aufwändig und damit letztlich auch zu teuer
und zu unflexibel
man zahlt eine Essensspauschale, die ich mit normalem Konsum nie erreichen würde
ich brauch keine übervollen Buffets und gleich gar nicht alkoholische Getränke als Flatrate zum Komasaufen
in Ägypten wird es ja wohl mittlerweile immer mehr üblich, alkoholische Getränke bei AI auszunehmen
das Geschrei darüber selbst in (meinen Sportler)Kreisen finde ich so armselig, sind die alle Alkoholiker oder was?
warum soll mir das Hotel jeden Tag Mittagessen kochen, das ich bezahlen muß, obwohl ich mittags nur einen kleinen Snack essen möchte
macht für mich keinen Sinn, bzw nur dann, wenn das Hotel echt abgelegen von normaler Infrastruktur ist und AI so kalkuliert ist, wo ich mit Einzelabrechnung letztlich nicht günstiger kommen würde

ich miete mir n Appartement, kauf meine Frühstücksbrötchen selbst ein, komme zu mehr Bewegung, abends in verschiedene regionale Restaurants, die zugegebenermaßen weniger Angebot haben als ein RIU-AI-Buffet und unter die Leute
und kann mir nen längeren Urlaub leisten, als mit dem AI-Überangebot
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By Andreas Burckhart
#12245 Einflussnahme auf kommunale, regionale. staatliche Politik


Oh ja – diese Einflussnahme ist gegeben – und zwar von Allen, die in der Tourismus-Branche tätig sind / mitmischen. Es ist klar das derjenige, der am meisten zu bieten hat, bzw. der größte ist, auch den größten Einfluss / Erfolg haben wird.

Klar ist, dass Großunternehmen keine Kirchenchöre darstellen und auf die Maximierung ihrer Geschäfte aus sind.

Ist dies nur Negativ? Mitnichten!

Lang- und Mittelfristig, in diesem Fall definiert als Zeiträume über 3 Jahren muss eine Planungssicherheit gegeben sein. Insbesondere Investitionen und Verträge müssen den Planvorgaben entsprechen. Ansonsten ist niemand, Privatperson oder Firma bis hin zur Großunternehmen bereit, Risiken in Kauf zu nehmen.

Langfristig können Investitionen zur Errichtung von Anlagen, Versorgung, Entsorgung, Visaerteilung sein.
Mittelfristig können Investitionen und Bereitstellung von Beförderungsmitteln, Veränderung von Anlagen insbesondere deren Technik sein.

Eine Entscheidung für einen Standort bedeutet immer die Einigung mit der Politik. Eine Einigung bedeutet immer ein Geben und Nehmen – also Eunflußnahme.

Kurzfristig ist es eine Fülle von Themen die anstehen.

Bespiele für Einflussnahme:

Langfristig benötigen / benötigten Großanlagen wie RIU mehr Personal als Arbeitnehmer auf den Inseln vorhanden waren. In Absprache mit den lokalen Behörden und den entsprechenden Ministerien wurden diesbezüglich Vereinbarungen getroffen.
Für die Kapverden führte dies zu einer erheblichen Zunahme von Arbeitnehmern.
Auch wenn die Gehälter teilweise doch recht dürftig sidn führten die Absprachen zu regelmäßigen Zahlungen und Gehaltsstrukturen sowie zur regelmäßigen Zahlung von Versicherung und Sozialabgaben / Steuern.

Langfristig benötigen / benötigten Großanlagen wie RIU zum Bau erhebliche Mittel von Baumaterialien. So lustig es klingt – Bausand stellt auf den Kapverden Mangelware dar. Die Absprachen verpflichten die Unternehmen zur Einfuhr des Sandes aus dem Ausland.

Durchsetzung von Versicherungnachweisen, Personalschulung, Wartung bezüglich lokalen Transportmitteln – Bussen, Taxi, Aluguer. Eingeleitet von TUI / RIU über die Durchführung von Audits bei Vertragsbetrieben – jetzt auch Andere.

Durchsetzung von Erhöhter Polizeipräsenz in Gebieten mit starkem Tourismus. Angeregt durch Vertreter Hotels. Führung RIU und andere Hotels in Treffen mit lokaler Verwaltung und Tourismusministerium.

Durchsetzung erhöhter Aufmerksamkeit der Polizei sowie verstärkter Einlasskontrolle Hotels bezüglich Sex mit Minderjährigen und Kindern. Führung RIU und andere Hotels in Treffen mit lokaler Verwaltung und Tourismusministerium.

Verstärkte Abprüfung von Zusatzangeboten Ausflüge, sportliche Aktivitäten durch Audit-Maßnahmen Hotels. Führung RIU und andere Hotels.

Maßnahmen Müllbeseitigung. Führung RIU und andere Hotels in Treffen mit lokaler Verwaltung.

UND VIELE ANDERE MEHR.

Ganz kurzfristig und Aktuell:

Im September / Oktober wurden per Gesetz die Visagebühren mit Vorlauf von 2 Tagen von EUR 25.—auf EUR 56.—pro Person angehoben. Auf Grund von Protesten – allerdings Aller hieran Interessierten / Betroffenen – wurde diese Gesetz zum 01 OKT zunächst ausgesetzt. Für wie lange ???

Mit Bekanntgabe Oktober/November 2012, ohne weitere Vorankündigung, soll ab dem 01.01.2013 eingeführt werden:
Erhöhung der MwSt (IVA) auf touristische Aktivitäten von 6% auf 15%,
ab dem 01.05.2013:
Tourismus Pauschalabgabe in Höhe von EUR 2,00 pro Person und Nacht.
Dazu kommt Umsatzsteuer von 20% des erwirtschafteten Gewinnes von Firmen in Kap Verde (ist nich neu).
Im Grunde genommen sind aber alle Leistungen bis Ende 2013 bereits verkauft – die Reisebedingungen, Kosten und Gebühren sind veröffentlicht.
Das alle Hotels, Veranstalter und Agenturen jetzt und hier auf die Barrikaden gehen ist verständlich.
Es wäre verwunderlich wenn hier keine (erhebliche) Einflussnahme versucht würde!

Insgesamt glaube ich, dass TUI / RIU mit dieser Materie sehr sachlich umgehen, nicht übertreiben und relativ fair handeln.

Mal wieder Grüße und viel Spass beim Nachdenken

Andreas
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By Strandläufer
#12249 wiederum danke für deine Ausführungen.

Wann meinst du sind alle im Bau befindlichen Anlagen/Investitionsobjekte/Wohnungen verkauft. Wenn das im Wunschzeitraum passiert (plus Zeitfenster X) dann würde ich meinen sind die Planungen wohl nicht unrealistisch. Wenn das nicht passiert, tja dann würde ich doch sagen, sie waren unrealistisch, die Planung.
Oder was meinst du?

Gib zu, du bist der heimliche Bürgermeister von St. Maria, ein Hotelier oder gar der Direktor vom RIU, mit Sitzt im Stadtparlament. Wo bekommt man sonst solch ein Detailwissen her? Was ja nicht schaden kann. :D

PS: Habe gestern gerade in scharmloser Weise das günstige Flugangebot von TUI für das Frühjahr ausgenutzt. 141,95-€ für eine Streck von HH. (Hin-u.Rück/2=141,95€)

Grüße vom Strandläufer
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By Andreas Burckhart
#12253 Hallo Strandläufer,

:lol: :lol: :lol:
keine der von Dir genannten Tätigkeiten wird von mir ausgeführt.
Eventuell schreibe ich Dir mal eine PN.

Grüße

Andreas
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By Strandläufer
#12256 Hallo Andreas,
über eine Info per PN würde ich mich freuen, da ich echtes Wissen mit Zusammenhängen schätze.

Hallo Tilo.
guckst du:
jetzt etwas teurer. Hoffe der Link funktioniert.


Gruß
Strandläufer
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By Tilo
#12257 die tui website kenn ich
kommt man auch von hier aus oben verlinkt besser/direkter zu den Flügen als mit deinem
mich interessierte halt dein konkreter Termin und ob nur 1 Woche, ohne das ich jetzt erst extra suchen muß
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By Strandläufer
#12262 Sorry, beim Eintrag des Links war der Termin noch lesbar.
Bei späterem Aufrufen war es dann leider die allgemeine TUIfly Startseite.
05.03. bis 12.03.13 (eine Woche)

Wir waren auch im letzten Jahr im März da und haben mal Gewitter und Platzregen erleben dürfen. Er war herrlich.

weihnachtliche Grüße
vom Strandläufer
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By Strandläufer
#12265 die Schafe (Wölfe) kommen ja von überall. Also nicht nur europäische Schafe. Da ich CV erst seit 2006 kenne, kann ich zu den älteren, von dir aufgeführten Restaurants nix sagen.
Als wir im November durch St. Maria schlenderten sagte meine Frau: „Guck mal jetzt gibt es hier schon chin. Restaurants.“ Das spricht für deine Beobachtungen.
Was da auf dem Lebensmittelsektor passiert ist natürlich für die Bevölkerung viel gravierender. Der einheimische Händler muss natürlich das Anschreiben lassen auch finanzieren.
Die Chinesen praktizieren in anderen Teilen Afrikas ja bereits den s.g. Agrarkolonialismus.
Aber auch die Landwirtschaftspolitik der EU hat es dort schon zu Ruhm und Glanz geschafft.
Ein kg EU-Zucker aus dem nicht so ertragreichen Zuckerrüben von weit weg ist dort billiger als der einheimische ertragreichere Rohrzucker, EU sei dank.

Wann wurde die Markthalle in St. Maria eigentlich gebaut und werden dort von „normalen“ Händlern Standplätze gemietet? War sie so leer, weil sie so neu war oder weil sie fürchterlich teuer in der Miete und dann auch in den Angeboten ist?

Bin letztens mit dem Moped durch Espargos gezuppelt. Da fällt einem ja fast ein Flieger auf die knitterfreie Moped-Mütze, wenn man nicht aufpasst.
Du bist ja nun vom Fach Richard. Wie lange passt wohnen und fliegen dort noch so dicht auf einander. Ich würde meinen wenn die „Schafe“ alle Immobilien verklingelt haben, (ich drücke denen die Daumen) haben wir dort soviel Flugbewegungen, (Andreas Hochrechnung weiter oben) dass der Flugplatz oder Espargos umziehen muss.
Oder hält die Bevölkerung weiter still. Vielleicht ist es ja auch kein Thema dort. Was meinst du?

Grüße vom Strandläufer
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By Richard Fritz Braun
#12266 @Strandläufer, bisher ist es noch kein Thema, denn wenn man eine Arbeit hat, was ja hier auch nicht selbstverständlich ist lästt man einiges über sich ergehen. Ja und bei Agrarprodukten ist es so, dass importierte billiger sind als eigen angebaute. 1 Kg Batata ingles (importiert) 1 Kg 100-130 Esc, Einheimische aus Sal oder Fogo 150 Ecv. Es hat sich mal einer versucht"Milot" mit Hydrokulturen Tomaten, Paprika und Salatgurken anzubauen, hat anfangs auch gut funktioniert aber jetzt eben auch nicht richtig da diese Pflanzen viel Wasser benötigen und dieses nicht immer vorhanden ist. Dafür spritzt die Flughafen Feuerwehr jeden morgen um 8:00 Uhr 20 000 l (ja richtig gelesen zwanzigtausend liter)in der "Dummheit" auf dem Vorfeld im Flughafen herum um angeblich ihr Equipment zu testen.
Das tut vielen Leuten auch weh die ihr Wasser jeden Tag mit der Schubkarre nach Hause schleppen.
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By Richard Fritz Braun
#12267 Hier ticken die Uhren ja anders. Der Flughafen ist schon da, wer da baut ist selber schuld. Es ist nicht wie in Deutschland sich ein billiges Grundstück auf einem Industriegelände zu kaufen und 10 Jahre später klagen dass die Firma die seit 35 Jahren dort produziert zu viel Lärm macht. Sowas funktioniert hier noch nicht aber wer weiss wie lange noch
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By Tilo
#12268 ich finds besonders bitter, daß die unter Surfern wegen ihrer genialen Wellen weltbekannte PontaPreta-Bucht mit Hotelkomplex und Wellenbrechermolen (aus meiner Sicht) zerstört werden soll, obwohl doch schon reichlich ungenutte Tourismuskapazitäten vorhanden sind
am Ende ist es eine weitere Investitionsruine, aber die Bucht für die Surfer verloren