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By gomas
#6528 Hallo!
Da meine Reisevorbereitungen voranschreiten und ich nun in der Planung der Touren und Standorte für Santiago etwas hänge, dachte ich mir, ich frag mal hier nach:
Ich und meine Reisepartnerin sind auf der Suche nach dem geeignetsten Aufenthaltsort (3-4 Nächte) - wir bevorzugen meist einen Standort von wo aus wir unsere Aktivitäten starten. Zwei Wanderungen hätten wir schon sehr ins Auge gefasst: Serra de Malagueta - Figueira das Naus - Ribera da Prata - Chao Bom und Serra Malagueta - Gom Gom Tal nach Porto Formoso.
Klar ist Tarrafall laut Karte näher - wichtig ist aber für mich, ob dieser Ort nicht sehr touristisch ist und ich nicht wie im Jänner auf Sal den vollen Schock bekomme.
Wie schauts zwischen den beiden Ortschaften im Vergleich aus? Irgendwie hat natürlich auch ein Standort im Inselinneren auch seinen Reiz!
Vielleicht gibts wen mit Erfahrungen oder einfach auch persönlichen Eindrücken!
Danke und liebe Grüße!
gomas
By wolf
#6530 Beide Wanderungen, die eine durch die Savannenlandschaft nach Ribeira da Prata, die andere durch den neuen Nationalpark und dem Quellwasser von Pliao Cao sind spektakulär, auch die Gemeinschaft der Rabelados in Espinho Branco mit Kulturzentrum und Galerie sind einen Besuch wert am Ende der Tour. Es gibt noch viel mehr Strecken, auch um den Pico do Antonia, der aber nur im Dumont-Wanderführer vorkommt.

Wenn ich die Verkehrsverbindungen (Aluguer) für eure Wanderziele und meine eigenen Zeiten auf diesen Strecken betrachte, ist Tarrafal mit seinem guten Transportsystem tagsüber der einzige logische Standort. (Abends ab 18 Uhr gibt es dagegen kaum Transporte nach Assomada zurück und findige Taxifahrer kreieren für diese Strecke schnell Preise für Touristen kreieren, die mehr als die Übernachtung kosten. Der Normalpreis wäre 25 Euro.

Während Assomada eine typische Emigrantenstadt mit entsprechenden Bauten und schlechten Unterkünften ist, hat da Tarrafal als ältester und erster Tourismusort des Archipels mehr zu bieten und ist absolut und in keiner Art und Weise vergleichbar mit Sal.
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By Ariminum
#6531 Hallo gomas,

da kann ich wolf nur zustimmen. Assomada eignet sich nicht so gut als Standort, wie Tarrafal. Außerdem bietet Tarafal auch noch eine abendliche Bademöglichkeit im Meer, die nach einer Wandertour nicht zu verachten ist. Deine Reisepartnerin und Du ( man beachte die Reihenfolge :wink: ) haben in Tarrafal auch bessere Möglichkeiten bei der Unterkunftswahl. Sehr exclusiv ist dort der King Fisher, der auf einer Halbinsel liegt und einen Bungalowdorf ähnlichen Charakter hat. Touristisch ist es keinesfalls mit Sal vergleichbar.
8)
Ariminum
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By gomas
#6532 Erstmal danke für die schnellen Antworten!
Gerade das mit den Fahrten ist eine heiße Spur - über das haben wir eh gestern schon gesprochen.
Aus den diversen Reiseführern geht nicht ganz offensichtlich hervor, wie touristisch Tarrafal ist - und wir (meine Reisepartnerin und ich :wink: ) sind uns diesbezüglich sehr einig, dass wir auf keinen Fall einen Kulturschock wie auf Sal ein zweites Mal erleben wollen!
Beim letzten Trip im Jänner waren wir schließlich sehr glücklich mit unserer Auswahl und am Ende einfach (leider) nur enttäuscht, was Tourismus anrichten kann.
Nachdem wir beide totale Fogo und S. Antao Fans sind und eine neue Insel dazumachen wollen, ist die Entscheidung auf Santiago gefallen.
Gibts von euer Seite auch noch andere Hoteltips (bzw. Meinungen) für Tarrafal? Beim King Fisher bin ich einfach noch etwas unsicher und wir haben auch ein Auge auf Baía Verde oder Sol Marina geworfen, weil die in den Führern auch recht gut beschrieben sind. Der englische Führer von Brandt ist auch sehr praktisch und hat oft einen erfrischend eigenartigen Stil.
Bei der Fahrt in den Norden wollen wir einen Zwischenstop in Riu Vaz einlegen und dann eine Tour auf oder in der Gegend vom Pico d´Antonia machen. Steht also eh auch schon fix auf dem Programm.
Bei der Gelegenheit noch eine weitere Frage - weiß jemand ob die Casa Renate in Sao Filipe noch offen hat? Ich hab vor einiger Zeit auf einer Immobilienseite gesehen, dass sie zum Verkauf steht! War doch etwas geschockt!
Freu mich schon auf Tips und Anregungen!
LG gomas
By Dju Dju
#6533 ...das gehört zwar nicht zum Thema: Ariminum ist tatsächlich ein Gentleman! Ich dachte die sind fast ausgestorben...wie schön... :P Dju
By wolf
#6534 Und kurz weiter im Takt zu den Antworten, weil Santiago als nicht touristische Insel aufgrund dieser Fragen allgemein von Interesse ist.

Eine der besten Unterkünfte Santiagos und vor allem die Unterkunft mit einem herausragenden Verhältnis ist die King Fisher Lodge in Tarrafal. Eine Schweizer Kollegin hatte dort gleich 5 Wochen verbracht, andere Gäste kommen von wenigen Tagen bis mehreren Monaten - und vor allem immer wieder. Das spricht für sich. Als billige Alternative gibt es das Solmarina, das auch Lob erhält aber von der Lage her laut ist. Baia Verde ist dagegen geschlossen, diese alten miefigen Klitschen mit ihren Moskitonestern kann man sich auch sonst getrost ersparen, da King Fisher etwa in der gleichen Preisklasse liegt. Ich schätze auch das Hotel Tarrafal sehr, wo aber nach einem Besitzerwechsel vieles unklar ist. Je nachdem trefft ihr Mitte Januar mitten auf das grosse Fest St. Amaro in Tarrafal, da werden die Nächte zum Tag.

Rui Vaz ist für die Tour auf den Pico Antonio nicht unbedingt der beste Ort, da der Weg bis zum Einstieg Fundo di Monti lange ist. Von Praia aus wäre es einfacher, auch die Tour von Pico Leao nach Assomada liesse sich so machen. Nicht alles, was in Reiseführeren steht, hat einen praktischen touristischen Hintergrund, sondern vor allem einen kommerziellen. Von Orgaos oder Santana nach Rui Vaz gibt es sehr schöne Spaziergänge, aber die langen Blechlawinen der Luxus-Geländewagen zum Mittagessen in den gerühmten Ort sind nicht jedermanns Sache - auch wenn mein Hund den Ort aus allen Richtungen findet und herzlich willkommen ist. Für diese Vorhaben würde ich den Aufenthalt in Praia als Alternative prüfen, zumal die Hinfahrt im Taxi ab 20 Euro (Santana) sehr bezahlbar ist.

Auch wenn Rentaes deutsches "le Bistro" zum Verkauf steht ist Casa Renate damit nicht gemeint, weil das Gebäude einen anderen Besitzer hat und und von Renate gemietet ist. Der Schweizer Hausbesitzer ist Designer und mit einer Kapverderin aus Fogo verheiratet. Auch die Pousada Pedra Bravo steht seit langem zum Verkauf, da der elsässiche Jurist Patrick nicht mehr will. Dafür gibt es etliche schöne neue einheimische Unterkünfte, wo sich Entdeckungen lohnen...
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By Ariminum
#6540 Hallo gomas,

ich stimme Wolf in allen Punkten zu, besonders was das Baia Verde betrifft. Dort werden trotz Artenschutzabkommens immer noch illegalerweise Meeresschildkröten in viel zu kleinen Süßwasserbecken eingesperrt. Ich habe vor einigen Jahren das dem Besitzer mitgeteilt und ihn aufgefordert, die Tiere frei zu lassen. Das Ergebnis war, dass er mir einen seiner Angestellten mit einem geladenen Gewehr schickte, der mir dieses dann mehrmals in den Rücken schlug und mich mit wüsten Morddrohungen überzog. Ich meldete diesen Vorfall damals an die Botschaft in Berlin. Passiert ist leider nichts, mir Gott sei Dank auch nicht wirklich viel. Ich kann nur sagen, dass so ein kriminelles Verhalten die Ausnahme auf den Inseln ist und ich trotzdem jedes Jahr zurück gekehrt bin, natürlcih nicht in dieses kriminelle Ghetto. Baden kann man an der schönen Bucht auch, wenn man im Hotel Tarrafal residiert.
Mein Tipp: Meidet alles, was den Artenschutz ignoriert, bzw. die Umwelt dort zerstört.
:!:

Ariminum
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By Ariminum
#6541 Hallo DjuDju,

es freut mich zu lesen, dass meine kleine Anmerkung gleich zweimal auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Einmal beim Verfasser und ein weiteres Mal bei Dir ( dass es wohlwollend festgestellt wurde). Es gibt einen Spruch der da lautet: "Der Esel nennt sich immer zuerst". Den habe ich mir als Kind schon eingeprägt und es scheint doch noch ein paar Menschen zu geben, die auf etwas "way of a gentleman" noch Wert legen. Einer Dame gegenüber sollte das mehr als selbstverständlich sein. :wink:

Ariminum
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By gomas
#6542 nochmals danke für euren einsatz bezüglich meiner fragen!
mich freut es sehr zu lesen, dass die negative art des tourismus, noch nicht alle inseln erwischt hat! ich kann nur sagen, dass ich mich bei meinem ersten besuch heuer im jänner so in diesen flecken verliebt hab, dass ich alles daran gesetzt hab, nochmal zu kommen! und je mehr man sich mit den inseln beschäftigt, desto mehr potentielle plätze findet man, die man sich ansehen bzw. zeit da verbringen will.
seid versichert, dass ich eine art von tourismus betreibe, die auf keinen fall irgendwem schaden will.
für jeden neuen tip bin ich auch weiterhin dankbar!
gomas

@ariminum: ich dachte mir in zeiten des gendermainstreamings ist es nicht mehr so ein großer fehler, wenn man sich vor der dame hinschreibt! nehm den esel aber auch gern auf meine kappe!

@wolf: ich dachte, dass renate die beiden häuser unter einem namen führt! ich weiß aber auch von ihr, dass das "untere" haus gemietet ist. eigentlich ging meine frage eher in die richtung, ob ich sie wiedersehe, da sie uns bei unserem ersten trip sehr viel geholfen hat und schöne erfahrungen ermöglicht hat - zB unterkunft in der caldeira.
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By Ariminum
#6544 Hallo gomas,

die Zeiten ändern sich, die Gepflogenheiten teilweise auch. Es gibt aber bestimmte Grundströmungen, die sind und bleiben unverändert. Dazu gehört z.B. auch, sich niemals zuerst zu nennen, egal in welcher Situation, wenn andere mit aufgeführt werden. Der "Esel" war natürlich nicht persönlich gemeint und nicht als Seitenhieb auf Dich gemünzt. :) Ich wollte nur zu bedenken geben, dass man diese Grundprinzipien durchaus zu jeder Zeit schätzt und die Person danach einschätzt, wie die Reaktion von DjuDju gleich bewies.
:wink:

Ariminum
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By liz
#6572 hallo gomas,
ich schliesse mich den gut informierten vorschreiberInnen an, tarrafal ist sicher ein guter platz für alle möglichen wanderungen.

als anregung möchte ich noch unsere inseldurchquerung vorschlagen. wir sind das im nov. 2004 gegangen, eigentlich spontan um die aluguerfahrt zu vermeiden, ohne gepäck (haben wir nach praia vorausgeschickt) und ohne wanderkarte, nur mit einem kopierten zettel, mit einem grundgerüst an orten die auf unserer strecke liegen sollen (vielleicht nicht zur nachahmung empfohlen - wir kennen santiago recht gut). ich habe einfach am weg mit ganz vielen menschen kurz geplaudert und mich nach dem weg erkundigt.

die route war: von tarrafal über figueira das naus nach assomada (die letzten kilometer an der hauptstraße durch diese ansiedlungen ziehen sich...), dort übernachtung in der pension paris 2000 (geht gerade).
am nächsten tag dann 10 km bis picos mit aluguer, danach wieder zu fuß einen abstecher nach osten nach faveta (besuch einer familie), zurück nach picos und dann über fuß- und ziegenpfade die flanken des pico da antonia entlang nach longueira. von dort durch einen lichten eukalyptuswald - erst auf einem waldweg, dann ohne weg richtung rui vaz (aufregendster teil der wanderung, schwierige orientierung, auch wegen des schon zu ende gehenden tages....). aufstieg nach rui vaz fast senkrecht wieder auf einem pfad. erholung von den strapazen in rui vaz in der quinta da montanha bei sr. lindorfo - warmes wasser in der dusche, gutes abendessen, sternenbeobachtung mit dem teleskop, weiche betten. gestärkt am nächsten morgen richtung südosten, immer leicht abfallend durch eine trockene und sehr schwach besiedelte landschaft, auf kleinen staub- und pflasterstraßen via trindade nach praia, das man schon lange erahnt, aber erst am frühen nachmittag erreicht wird.
wirklich ein erlebnis, das wir nicht missen möchten!
anbei noch ein paar fotos, sind aber in der chronologisch umgekehrten reihenfolge geordnet.
Dateianhänge
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Einsame Straße Richtung Praia
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Sonnenuntergang in Rui Vaz
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Pfade durch die Felder
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Quelle unterhalb des Pico da Antonia
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letzter blick auf tarrafal. kurz nach ribeira da prata
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